FAQ`s zu XR-RIS, PACS &Â WEB
...die am häufigsten gestellten
Fragen zur Digitalisierung.
- Welche Speichertechnologien für den Aufbau eines PACS gibt es?
- Was sind die Vorteile eines internen Archivs im Vergleich zu einem externen Archiv?
- Ist eine PACS Datensicherung und Langzeit-Archivierung notwendig?
- Wozu brauche ich eine DICOM Worklist?
- Was ist Prefetching?
- Wie kann ich die Ladezeiten von Vorbildern verkürzen?
- Wie soll ich meinen digitalen Bildbefundungs-Arbeitsplatz gestalten?
- Was ist MPPS? Wie kann ich eine automatisierte Strahlendosiserfassung durchführen?
- Wie kommen meine Zuweiser an die digitalen Bilder bzw.
welche Bilddokumentationsarten gibt es (Papier vs. Film vs. CD Rom)? - Ist eine Internet Bild- und Befundeinsicht sinnvoll?
- Welche Infrastrukturänderungen (Netzwerk, etc.) sind für eine Digitalisierung notwendig?
- Wie erkenne ich die Qualität von PACS Angeboten?
1. Welche Speichertechnologien für den Aufbau eines PACS gibt es?
Generell kann man zwischen einer Online- und einer Langzeit-Archivierung unterscheiden. Folgende Technologien sind verfügbar:
- RAID-Archiv (Redundant Array of Inexpensive Discs, festplattenbasiert)
Typ: Online-Archivierung
Vorteil: schneller (online) Zugriff, "günstige" Anschaffung, Speicherung großer Datenmengen
Nachteil: keine Haltbarkeitsgarantie- LTO (Linear Tape Open) - Bandlaufwerk
Typ: Langzeit-Archivierung
Vorteil: 30jährige Haltbarkeitsgarantie, offener LTO-Standard, hohe Datenmenge pro Medium, "günstige" Anschaffung - Einzelsystem
Nachteil: Bänderjukebox ist teure Anschaffung, bei Einzelsystem muß Medium manuell gewechselt werden- DVD - Laufwerk
Typ: Langzeit-Archivierung
Vorteile: mind. 10jährige Haltbarkeitsgarantie
Nachteil: Jukebox ist teure Anschaffung, bei Einzelsystem muß Medium manuell gewechselt werden, langsamer Datenzugriff, geringe Datenmenge pro Medium- MO (Magneto Optical Discs) - Laufwerk
Typ: Langzeit-Archivierung
Vorteile: 30jährige Haltbarkeitsgarantie
Nachteil: Jukebox ist teure Anschaffung, bei Einzelsystem muß Medium manuell gewechselt werden, langsamer Datenzugriff, mäßig hohe Datenmenge pro MediumDie Varianten 2, 3 und 4 gibt es jeweils als Einzel- und als Jukebox-System.
Anbieter: RIS/PACS-Hersteller, Gerätehersteller
Tipp: Technologisch halten wir den Einsatz eines RAID‘s (Variante 1) mit Umlaufdaten von 3-4 Jahren in Kombination mit einem LTO Laufwerk (Variante 2) zur Langzeit-Archivierung für sinnvoll. Das ist relativ kostenschonend, gut skalier- und erweiterbar und der Zugriff auf Vorbilder ist schnell. Das Auslegen eines Archivs auf einen noch längeren Zeitraum ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll da sich die Preise für Festplatten (alle 3 Jahre doppelter Speicher für gleiches Geld) dafür zu schnell ändern.
Zum Kostenvergleich sollten Sie auf jeden Fall vom Hersteller eine Kalkulation zu Datenmenge und Archivierungszeitraum als Teil des Angebots erstellen lassen. Nur so können die Kosten mehrerer Angebote seriös verglichen werden.
Ein Excel-Sheet für eine Archivgrößenberechnung finden Sie hier >
2. Was sind die Vorteile eines internen Archivs im Vergleich zu einem externen Archiv?
Die externe Archivierung wird als Dienstleistung outgesourct. Die Teilnahme an einem externen Archiv ohne eigenes Umlaufarchiv wird als attraktiv verkauft. Demgegenüber steht, dass die Gesamtkosten der externen Archivierung vorallem auf lange Sicht wesentlich höher sind als bei der internen Archivierung und dass dabei auch die Datenhoheit außer Haus gegeben wird.
Anbieter: externe Archivbetreiber
Tipp: Meist nicht erwähnt werden dabei die laufenden Kosten für den Zugriff auf die eigenen(!!) Vorbilder sowie die Leitungskosten und die langen Ladezeiten und Zugriffszeiten auf ein externes Archiv.
3. Ist eine PACS Datensicherung und Langzeit-Archivierung notwendig?
Die Sicherung und Langzeit-Archivierung der Bilddaten ist vorteilhaft und wird auch in absehbarer Zeit verpflichtend. Als technologisch sinnvoll erachten wir eine Bandsicherung, da hier der Aufwand sowie der Preis gerechtfertigt erscheinen. Vergleichen Sie die Technologien auch anhand von Frage 1.
Anbieter: RIS/PACS-Hersteller, Gerätehersteller, externe Archivbetreiber
Tipp: Das Thema Sicherung wird oft gar nicht erwähnt. Technologien wie MO werden angeboten, die preislich nicht attraktiv sind. Ein einzelner DVD-Brenner wird als Sicherung angeboten, nicht erwähnt wird jedoch der Aufwand jede einzelne DVD zu brennen. Eine automatisierte Sicherung per DVD-Jukebox wiederum ist in der Anschaffung relativ teuer und bedeutet wiederum eine langsamere Zugriffszeit beim Dearchivieren im Gegensatz zu einem RAID.
4. Wozu brauche ich eine DICOM Worklist?
Eine DICOM Worklist braucht man primär für eine „korrekte“ Kopplung von RIS und PACS.
Die vom RIS vergebene eindeutige Patientennummer (Dicom Patient Id) und die Zugriffskennung (Dicom Accession Number) werden in den Bilddaten vermerkt. Damit ist es möglich vom RIS aus PACS-Bilder aufzurufen (= Komfort). Ein zusätzlicher Nutzen ist, dass die Patientendaten nicht mehr händisch an der Gerätekonsole eingeben werden müssen, da diese automatisch auf einer Arbeitsliste erscheinen, sobald die Daten in der RIS-Anmeldung eingegeben wurden.Anbieter: RIS-Hersteller
Tipp: Bei DICOM Worklist gibt es große Qualitätsunterschiede zwischen den RIS Herstellern. Sie sollten daher eine Zertifizierung verlangen (siehe Frage 12).
5. Was ist Prefetching?
Prefetching ist das Laden von Vorbildern aktueller Patienten auf die Befundungs-Workstations zum frühestmöglichen Zeitpunkt, damit man die Vorbilder beim Befunden sofort verfügbar hat.
Anbieter: RIS/PACS-Hersteller, Gerätehersteller
(Allerdings ist hier der RIS-Hersteller zu bevorzugen, da dieser bereits beim Anmelden teilweise auch schon beim Terminisieren eines Patienten mit dem Vorladen beginnen kann - der Geräte- oder Archivhersteller kann das frühestens beim Untersuchen des Patienten.)Tipp: Das Thema wird von PACS und Geräteherstellern meist nur am Rande erwähnt ist aber für den Gesamtkomfort sehr wichtig. Wenn die Bilder gar nicht oder erst beim Untersuchen vorgeladen werden, ist der Zugriff zeitaufwendig, langsam und erfordert ein doppeltes Suchen der Bilder auf der Befundungs-Workstation.
6. Wie kann ich die Ladezeiten von Vorbildern verkürzen?
Kernaufgabe eines PACS ist es, nicht nur als Bildspeicher sondern auch als Bildverteiler zu dienen. Dies fällt spätestens dann auf, wenn man mehr als eine Befundungs-Workstation sinnvoll bedienen will. So ist es bspw. suboptimal sämtliche Bilder an alle Befundungs-Workstation zu verteilen. Ein „gutes“ PACS ermöglicht anhand eines Regelsystems die Bildströme aktiv zu steuern und damit Ladezeiten zu verkürzen.
Anbieter: RIS/PACS-Hersteller, Gerätehersteller
Tipp: Es wird oft zuerst ein "PACS" in die Befundworkstation integriert angeboten - weil man damit die Kosten eines Archiv-Computers umgeht. Spätestens bei der 2. Workstation stellt sich diese Lösung als logistische Sackgasse heraus und die Kosten für ein Archiv fallen nachträglich dennoch an.
7. Wie soll ich meinen digitalen Bildbefundungs-Arbeitsplatz gestalten?
Es soll ein effizientes und komfortables Befunden von Bildern ermöglicht werden, möglichst ohne den Patienten sowohl im RIS als auch im PACS aufrufen zu müssen. Prinzipiell gibt es zwei Varianten:
- Der RIS-Hersteller hat einen DICOM Viewer integriert (das halten wir für die komfortabelste Variante, da man keinen wirklichen Übergang zwischen RIS und PACS merkt).
- Der Hersteller der Befundungs-Workstation bietet dem RIS eine Schnittstelle an, mittels derer vom RIS das Öffnen der Bilder im PACS angestoßen werden kann.
Anbieter: RIS/PACS-Hersteller, Gerätehersteller (oft auch sinnvoll gemischt!)
Tipp: Oft bieten Befundungs-Workstations keine Schnittstelle an, oder wenn, werden die Kosten nicht erwähnt. Das bedeutet dann im schlimmsten Fall, dass man jeden Patienten doppelt aufrufen muss. Weiters sollte man den Funktionsumfang des Viewers auf die individuellen Bedürfnisse hin prüfen. Das Bedienkonzept ist sehr herstellerspezifisch, auf jeden Fall sollten Sie die Bedienung vorher ausprobieren.
8. Was ist MPPS? Wie kann ich eine automatisierte Strahlendosiserfassung durchführen?
MPPS (Modality Performed Procedure Step) umfaßt die Rückmeldung von Daten von der Modalität (Strahlendosis, Schichtdicke, Untersuchungsdauer etc.). Damit wird das manuelle Erfassen der Strahlendosis hinfällig und bei Wiederbesuch eines Patienten kann die Untersuchung mit den selben Einstellungen wie in der Vergangenheit durchgeführt werden (Qualitätssicherung). Weiters wird der Untersuchungsfortschritt übertragen. Die Speicherung erfolgt bevorzugt im RIS, um alle nicht-Bild-bezogenen Informationen im gleichen System zu verwalten.
Anbieter: RIS-Hersteller, Gerätehersteller (in Kombination)
Tipp: Derzeit können noch nicht alle Gerätehersteller (insbesondere Speicherfolien-Systeme) diese Funktion bereitstellen bzw. muss diese kostenpflichtig nachgerüstet werden!
9. Wie kommen meine Zuweiser an die digitalen Bilder bzw.
Welche Bilddokumentationsarten gibt es - Papier vs. Film vs. CD Rom?Die immer aufwendiger werdenden bildgebenden Verfahren und damit steigenden Datenmengen bedingen geradezu andere Dokumentationsformen im Gegensatz zu herkömmlichem Film. Folgende Varianten sind üblich:
a) Papierdruck - Druck der Bilder auf Papier anstatt auf Film.
b) CD-ROM oder DVD Produktion - Brennen der Bilder auf CD oder DVD, einzeln oder mit Brennstation.
c) Filmdokumentation - Laserimager
Anbieter: RIS/PACS-Hersteller, Gerätehersteller
Tipp: Halten Sie Rücksprache mit Ihren Zuweisern und prüfen Sie die Akzeptanz Ihrer Dokumentation. Eine Aufbereitung der Bilder (Key-Images) für Ihre Zuweiser kann Ihnen bei der Einführung helfen.
Papierdruck: es sollte eine seriöse und genaue Rechnung über die erwartete Kosteneinsparung erfolgen.
CD-ROM-Produktion: Ein einzelner CD-Brenner ist keinesfalls für den Routinebetrieb ausreichend, oftmals wird eine Brennstation benötigt. Weiters sollte auf jeden Fall eine DICOM Viewer-Software mit auf die CD gebrannt werden. (Achtung bei manchen Lösungen wird hier eine Lizenz pro Stück verrechnet!). Es sollte beim Ansehen der CD-Rom keinerlei Installation notwendig sein (erhöht die Akzeptanz!)
10. Ist eine Internet Bild- und Befundeinsicht sinnvoll?
Den zuweisenden Stellen die Bilder und Befunde sofort nach der Befundung und damit schneller zur Verfügung zu stellen. Generell kann man sagen, alles was an Bildern elektronisch versandt wird braucht nicht mehr verfilmt werden (Kostenersparniss!). Folgende Varianten sind üblich:
a) Direktversand von Bildern in Befundungsqualität (DICOM-Format) - dies ermöglicht auch eine Nachbearbeitung der Bilder beim Empfänger.
b) Einsicht der Bilder über das Internet (JPEG-Format) - Die DICOM Bilder werden in (wesentlich kleinere) JPEG-Bilder umgewandelt und können vom Zuweiser über das Internet eingesehen werden.
c) Teilnahme an einem externen Archiv (siehe auch Frage 2 - externes Archiv)
Anbieter: RIS/PACS-Hersteller.
Tipp: Direktversand von Bildern im DICOM-Format: Beim Versand der DICOM-Bilder sind aufgrund der Datenmengen auch die Leitungskosten einzurechnen!
Einsicht der Bilder über das Internet: Die Internet-Bildeinsicht sollte systemunabhängig erfolgen, der Zuweiser sollte mit einem herkömmlichen Internetanschluss auskommen und es sollte keinerlei Installation notwendig sein (Akzeptanz!).
Beim Versand an externe Archive sollten neben den Leitungskosten keine oder nur geringe Transaktionskosten anfallen.
11. Welche Infrastrukturänderungen - Netzwerk - sind für eine Digitalisierung notwendig?
Es sollte schon bei der Planung eine korrekte Trennung von RIS- und PACS-Netzwerk erfolgen.
Anbieter: RIS/PACS-Hersteller, Gerätehersteller - in Zusammenarbeit mit dem Elektriker
Tipp: Es wird oft nicht auf die Trennung von RIS und PACS Netzwerk geachtet. Performanceprobleme können folgen, da alle Daten über ein Netzwerk übertragen werden. Weiters kann es bei nur einem Netzwerk eher zu Zuständigkeitsproblemen zwischen RIS und PACS Hersteller kommen.
12. Wie erkenne ich die Qualität von PACS Angeboten?
Aufgrund der Digitalisierung werden von immer mehr Firmen PACS Angebote gelegt. Um die Qualität dieser Angebote zu prüfen, sollten Sie auf jeden Fall die DICOM Conformance Statements, die IHE Integration Statements und im Anlaßfall die HL7 Spezifikationen des Anbieters abfragen. Bei fehlender Zertifizierung in zentralen Bereichen wie DICOM Worklist, Store, Query/Retrieve, Print oder DIR raten wir von einer Anschaffung ab, da sich die Qualität merklich negativ auf Ihren Arbeitsalltag auswirken kann.

